Schlangi bekommt ein Terrarium-Update
Eigentlich war der Plan ganz einfach: Schlangis Terrarium sollte ein kleines Update bekommen. Neue Pflanzen, zusätzliche Klettermöglichkeiten, ein neues Versteck und generell etwas mehr Abwechslung.
Eigentlich.
Denn Schlangi hatte offenbar andere Pläne.
Plötzlich sind weisse Ratten doch essbar
Man muss dazu wissen: Meine Schlangi ist bei ihrem Futter ziemlich konservativ. Vielleicht sogar ein kleines bisschen rassistisch. 😄
Weisse Ratten werden normalerweise konsequent abgelehnt. Keine Ahnung, was sie gegen die Fellfarbe hat, aber wenn ich ihr eine weisse Ratte anbiete, kann ich normalerweise ziemlich sicher sein, dass ich sie wieder einpacken darf.
Nun hatte ich aber gerade alles für das grosse Terrarium-Update vorbereitet. Neue Pflanzen waren gekauft, Holzschnitzel lagen bereit und selbst die Heissleimpistole wartete auf ihren Einsatz.
Und Schlangi?
Die muss irgendetwas geschnallt haben.
Plötzlich zeigte sie ziemlich deutlich, dass sie Hunger hätte. Dummerweise hatte ich gerade nur noch eine weisse Ratte da.
Na gut, probieren kann man es ja.
Und natürlich frisst sie ausgerechnet jetzt plötzlich eine weisse Ratte.
Jahrelange Vorurteile offenbar innerhalb weniger Minuten überwunden. Ausgerechnet dann, wenn ich ihr Terrarium umbauen will.
Damit war der Umbau fürs Erste erledigt. Nach dem Fressen braucht sie ihre Ruhe und ich wollte sie sicher nicht wegen meiner Einrichtungspläne unnötig stören.
Also: Projekt verschoben.
Zweiter Versuch: Häutung!
Am Freitag darauf sollte es endlich losgehen.
Alles lag bereit und dieses Mal konnte eigentlich nichts mehr dazwischenkommen.
Dachte ich.
Gegen 14 Uhr kroch Schlangi plötzlich durch ihr Terrarium. Das ist für sie eher ungewöhnlich. Normalerweise ist sie am frühen Morgen bis ungefähr 11 Uhr aktiv und dann erst wieder gegen Abend.
Irgendetwas war also im Busch.
Eine Stunde später wusste ich auch, was.
Da lag eine frisch abgestreifte Haut im Terrarium.
Perfektes Timing, Schlangi. Wirklich. 😂
Also wieder nichts mit Umbauen. Nach der Häutung sollte sie ebenfalls erst einmal ihre Ruhe haben.
Das Terrarium-Update wurde ein weiteres Mal vertagt.
Aller guten Dinge sind drei
Beim dritten Anlauf sollte es nun aber wirklich passieren.
Normalerweise ist es ziemlich einfach, Schlangi aus dem Terrarium zu bekommen. Ich öffne die Schiebetür und irgendwann gewinnt die Neugier. Dann kommt sie von alleine herausgekrochen und schaut nach, was ausserhalb ihrer vier Wände so läuft.
Natürlich nicht dieses Mal.
Die Tür war offen.
Schlangi blieb drin.
Also musste ich etwas nachhelfen, sie von Hand herausnehmen und schliesslich dazu überreden, in ihre Transportbox zu verschwinden.
Geschafft.
Jetzt konnte der Umbau endlich beginnen.
Mehr Klettern und ein neues Versteck
Ein wichtiger Punkt waren die Klettermöglichkeiten. Schlangi klettert ausgesprochen gerne und nutzt den oberen Bereich ihres Terrariums entsprechend häufig.
Das Problem dabei: Sie ist dort auch immer wieder plötzlich heruntergefallen.
Also musste eine bessere Lösung her.
Ich habe zusätzliche Klettermöglichkeiten eingebaut, neue Pflanzen eingesetzt und ihr ausserdem ein weiteres Versteck geschaffen. Mit den kleinen Holzschnitzeln bekam das Ganze noch etwas mehr Struktur und sollte am Ende nicht nur praktischer, sondern auch natürlicher wirken.
Nach einigen Anläufen sah das Terrarium endlich so aus, wie ich es mir vorgestellt hatte.
Rein geht einfacher als raus. Oder umgekehrt.
Jetzt musste nur noch Schlangi zurück in ihr frisch renoviertes Zuhause.
Nur hatte die inzwischen offenbar beschlossen, dass ihre Transportbox eigentlich auch ganz gemütlich ist.
Nachdem sie vorher partout nicht hinein wollte, wollte sie jetzt natürlich nicht mehr heraus.
Sie stemmte sich mit aller Kraft gegen die Plastikwände und machte ziemlich deutlich, was sie von meinem Wunsch hielt, die Box wieder zu verlassen.
Irgendwann konnte ich sie dann doch davon überzeugen, sich wenigstens einmal anzusehen, was ich da für sie gebaut hatte.
Und siehe da: Die anfängliche Skepsis scheint verflogen zu sein.
Die neuen Klettermöglichkeiten werden inzwischen rege genutzt und auch das neue Versteck wurde angenommen. Offenbar war der Umbau also doch nicht ganz so schlimm, wie Schlangi zunächst befürchtet hatte.
Damit hat sie jetzt mehr Möglichkeiten zum Klettern, einen sichereren oberen Bereich und einen zusätzlichen Platz, an den sie sich zurückziehen kann.
Und ich habe gelernt:
Wenn ich das nächste Mal ihr Terrarium umbauen möchte, erzähle ich ihr vorher besser nichts davon. 😉









