Meine Abrechnung mit Frauenfeld
Eigentlich wurde es langsam Zeit, einmal mit Frauenfeld abzurechnen.
Mit dieser Stadt, in der irgendwie jeder jeden kennt. In der man über den Verkehr motzt, sich über irgendetwas aufregt und spätestens wenn das Openair vor der Tür steht wieder feststellt, dass hier für ein paar Tage sowieso Ausnahmezustand herrscht.
Also beste Voraussetzungen für einen richtig schönen Abrechnungssong.
Tja. Hat nicht ganz funktioniert.
Irgendwie ist es halt doch dähei
Je länger ich am Text herumgebastelt habe, desto weniger blieb von der geplanten Abrechnung übrig.
Denn natürlich kann man über Frauenfeld motzen. Das dürfen wir sogar ziemlich gut. Aber wenn es jemand von ausserhalb macht, sieht die Sache plötzlich schon wieder ganz anders aus.
Frauenfeld ist keine Weltstadt. Wir haben keine Skyline und müssen auch niemandem erklären, wir wären etwas, das wir nicht sind. Dafür haben wir die Murg, die Thur, unsere Altstadt, das Schloss, den Stählibuck und einmal im Jahr ein Openair, das dafür sorgt, dass plötzlich gefühlt die halbe Welt hier auftaucht.
Und danach wird es wieder ruhig.
Genau das gehört irgendwie dazu.
Und genau daraus ist dieser Song entstanden:
🎵 Frauefeld – Da bini dähei
Ein Song über eine Stadt und ihre Leute
„Frauefeld – Da bini dähei“ sollte keine Hochglanz-Werbehymne werden.
Es geht vielmehr um dieses Gefühl, das man wohl erst versteht, wenn man längere Zeit irgendwo zuhause ist. Man kennt seine Stadt, ihre Macken und die Dinge, die einen nerven. Und natürlich die Leute. In Frauenfeld kennt ja sowieso irgendwie jeder jeden.
Aber genau daraus entstehen mit den Jahren Erinnerungen und Geschichten.
Heimat bedeutet für mich nicht, einen Ort perfekt zu finden. Es bedeutet eher, dass er irgendwann ein Teil der eigenen Geschichte geworden ist.
Und damit wurde aus meiner geplanten Abrechnung mit Frauenfeld etwas, womit ich eigentlich gar nicht gerechnet hatte:
Eine kleine Liebeserklärung an meine Stadt.
Nicht perfekt.
Nicht weltbekannt.
Muss sie auch gar nicht sein.
Frauefeld. Da bini dähei.
