Schlangi – die Königin der Bruchlandungen
Wer denkt, Schlangen würden den ganzen Tag regungslos in ihrer Höhle liegen, kennt Schlangi noch nicht.
Seit einigen Wochen hat sie sich nämlich eine ganz eigene Morgenroutine angewöhnt. Fast jeden Tag, irgendwo zwischen sieben und elf Uhr, wird das Terrarium auf den Kopf gestellt. Dann wird geklettert, balanciert und jeder noch so kleine Ast ausprobiert.
Das Problem dabei? Schlangi überschätzt sich regelmässig.
Ich muss jedes Mal schmunzeln, wenn sie nach dem nächsten Absturz völlig unbeeindruckt wieder loszieht. Aufgeben scheint jedenfalls nicht zu ihrem Wortschatz zu gehören.
Passend dazu habe ich Schlangi sogar ihren eigenen Song inklusive Musikvideo spendiert. Das Video zeigt zwar nicht alle ihre artistischen Höchstleistungen, aber es passt irgendwie perfekt zu ihrer Persönlichkeit.
Plumps.
Einmal.
Zweimal.
Manchmal sogar fünfmal an einem einzigen Vormittag.
Sie rappelt sich auf, schaut sich kurz um und startet den nächsten Versuch, als wäre überhaupt nichts passiert. Offenbar gehört Scheitern für sie einfach zum Trainingsprogramm.
Dabei zeigt sie etwas, das viele gar nicht über Königspythons wissen. Sie können durchaus klettern und tun das auch gerne. Allerdings sind sie keine spezialisierten Baumschlangen. Gerade kräftige Tiere verlieren manchmal den Halt oder schätzen einen Ast etwas zu optimistisch ein. Solange das Terrarium sicher eingerichtet ist und keine gefährlichen Sturzhöhen vorhanden sind, sind solche kleinen Bruchlandungen meist harmlos.
Vielleicht sollte ich ihr irgendwann einen kleinen Helm besorgen.
Oder einfach noch einen Ast mehr.
